
Psychotherapeutin, Autorin, Seminarleiterin und Visionsbegleiterin Weitere Angebote unter https://wonderl.ink/@leonina
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Manchmal müssen wir die Antwort nicht in uns suchen. Manchmal dürfen wir uns von dem berühren lassen, was uns umgibt. Es gibt Momente, da ist es in uns so erschöpft und zugleich so laut, dass wir die eigene innere Stimme kaum noch hören können. Wir suchen nach Antworten, gehen Gedanken immer wieder durch, versuchen zu verstehen, zu erklären, zu lösen. Wir kreisen um das, was geschehen ist, und hoffen, irgendwo in uns den einen Gedanken zu finden, der uns wieder Orientierung gibt. Doch manchmal beginnt Heilung anders. Nicht dadurch, dass wir noch tiefer in uns suchen, sondern indem wir den Blick nach außen öffnen: für das Licht, das durch die Wolken fällt, die Geräusche, die uns umgeben, die Farben, die wir wahrnehmen. Dies ist ein Erfahrungsraum, den wir erleben, wenn wir die Wahrnehmung auf das Hier und Jetzt richten. Es ist ein Feld der guten Kräfte. Der persische Dichter und Mystiker Rumi schrieb sinngemäß davon, dass gerade unsere Verwundungen zu Orten werden können, an denen Licht in unser Leben tritt. Vielleicht dürfen wir deshalb manchmal aufhören, nach diesem Licht zu suchen und stattdessen wahrnehmen, was bereits da ist. Welche guten Kräfte sind jetzt um mich herum? Vielleicht liegt genau darin eine andere Form von Heilung: nicht alles aus eigener Kraft bewältigen zu müssen, sondern wieder in Beziehung mit der Natur, mit anderen Menschen, mit etwas Größerem und schließlich auch wieder mit uns selbst zu treten. --- Wenn die Natur uns erreicht In meiner Arbeit als Psychotherapeutin, Autorin und Seminarleiterin begegne ich immer wieder Frauen, die verletzende oder emotional belastende Beziehungen erlebt haben. Viele kennen diesen Zustand: Das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung ist erschüttert, die Gedanken kreisen und die innere Orientierung scheint verloren gegangen zu sein. Und manchmal erreicht die Natur einen Ort in uns, den Worte gerade nicht erreichen können. Ein Spaziergang im Wald, das Licht, das durch die Äste fällt, ein Stein am Wegesrand, eine alte Wurzel, die davon erzählt, dass Halt nicht immer sichtbar sein muss. Ein Baum sagt nicht: Du solltest längst weiter sein. Das Meer fragt nicht: Warum hast du das zugelassen? Die Natur ist einfach da. --- Auch Menschen gehören zum Feld der guten Kräfte Verbundenheit entsteht nicht nur in der Natur. Sie entsteht auch zwischen Menschen, die Ähnliches erlebt haben, die einander zuhören, ohne sofort Lösungen anzubieten. Wir müssen nicht alles allein tragen. --- Eine kleine Übung für dich Schließe, wenn es für dich angenehm ist, die Augen. Spüre den Boden unter deinen Füßen. Atme ruhig ein und aus. Und sage dir innerlich: Ich bin Teil des Ganzen. Ich bin verbunden. Ich darf mich tragen lassen. --- Neue Wurzeln Heilung ist für mich kein Ziel, das irgendwann endgültig erreicht werden muss. Sie ist eine Bewegung. Eine Bewegung hin zu mehr Lebendigkeit, mehr Bewusstheit, mehr Selbstverbundenheit, mehr Liebe. Und vielleicht möchtest du dir heute nur eine einzige Frage stellen: Welche gute Kraft möchte mich gerade erreichen? --- Prof. Dr. Leonina Kaestele Psychotherapeutin · Autorin · Seminarleiterin
Stell dir vor: Du stehst an einem stürmischen Meer. Der Wind pfeift, die Wellen brechen sich am Felsen. Und mitten in all dem steht ein Leuchtturm. Fest. Unerschütterlich. Er verändert seine Richtung nicht, um anderen zu gefallen. Sein Licht leuchtet von innen heraus. Genau dieses Bild begleitet mich seit Jahren in meiner Arbeit als Psychotherapeutin, Autorin und Leiterin einer tiergestützten Weiterbildung. Und es ist das Bild, das ich dir heute mitgeben möchte. Denn vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du hast dein Licht gedimmt. Nicht aus Schwäche, sondern aus Liebe. Aus der Hoffnung, gesehen zu werden. Du hast dich angepasst, versucht, Harmonie zu schaffen, bist dabei aber immer weiter von dir selbst fortgetrieben worden. Anpassung an die Welt einer narzisstischen Person trägt nicht. Sie erschöpft dich. Doch das Licht in dir ist nicht erloschen. Es ist nur verdeckt. Der Leuchtturm steht für deine Würde, deine Selbstachtung und deine innere Wahrheit. Sein Fundament ist fest im Felsen verankert. So wie du. Auch wenn du das gerade noch nicht spürst. Ich möchte dich einladen, heute bewusst innezuhalten. Nicht um alles sofort zu lösen, sondern um dich wieder mit dem Teil in dir zu verbinden, der weiß, wer du bist. Zeit zum Nachspüren Nimm dir ein paar Minuten. Atme tief durch. Und beantworte diese Fragen für dich, vielleicht schriftlich in einem Notizbuch: Wann hast du begonnen, dein Licht für andere zu dimmen? Welche deiner Werte hast du in der Beziehung vernachlässigt oder verleugnet? Welche Werte bilden das Fundament deines inneren Leuchtturms? Wie kannst du dein Licht und deinen inneren Frieden auch in schwierigen Phasen bewahren? Welche Situationen, Menschen oder Tätigkeiten nähren deine innere Klarheit und bringen dich wirklich zum Leuchten? Dein persönlicher Handlungsplan zur Psychohygiene Psychohygiene ist kein Luxus. Sie ist die tägliche Pflege deines inneren Lichts. Hier sind konkrete Tools, die ich dir empfehle, nicht alle auf einmal, sondern Schritt für Schritt: Bewegung und Natur. Geh raus. Nimm auf dem Weg zur Arbeit oder bei einem kurzen Spaziergang bewusst wahr, was dich in der Natur anspricht. Vielleicht ist es das Licht, das durch die Äste fällt, ein Vogelruf in der Ferne oder der Sonnenstrahl auf deiner Haut. Eine Blüte kann ein Symbol für dein persönliches Wachstum sein, ein kräftiger Baum für Stärke und Standhaftigkeit, ein Fluss daran, dass das Leben unaufhaltsam weiterströmt. Bewusste Pausen. Gib dir Erlaubnis, innezuhalten. Nicht nur körperlich, sondern auch gedanklich. Ein Moment der Stille ist kein Verlust, er ist eine Quelle. Atem- oder Entspannungsübungen. Schließe kurz die Augen. Atme tief in den Bauch. Bereits drei bewusste Atemzüge können dein Nervensystem beruhigen und dich in die Gegenwart zurückbringen. Musik. Erstelle deine eigene Dankbarkeits-Playlist: Musik, die dich innerlich berührt, zur Ruhe bringt und dein Bewusstsein für das Gute stärkt. Mein Lieblingssong ist Hallelujah von Carl Loxley. Ein Lied kann manchmal mehr bewirken als viele Worte. Imagination und innere Bilder. Kehre zum Bild des Leuchtturms zurück. Betrete ihn in deiner Vorstellung. Eine Treppe führt nach oben. Mit jedem Schritt lässt du Zweifel und Ängste los. Oben angekommen, stelle dir vor, wie dein Licht über das Meer leuchtet. Ziehe in deiner Vorstellung einen schützenden Lichtkreis um deinen Leuchtturm. Nur Menschen, die respektvoll sind, dürfen ihn betreten. Austausch mit Menschen, die dir guttun. Nicht alle Schiffe sind willkommen in deinem Hafen. Sage innerlich zu den falschen Schiffen: Segle weiter, steuere nicht auf mich zu. Und suche bewusst die Nähe von Menschen, die dein Licht sehen und schätzen. Kontakt mit Tieren. Tiere urteilen nicht. Sie spüren, wie es dir geht, ohne dass du etwas erklären musst. Ein Hund, der schwanzwedelnd vorbeiläuft, ein ruhiger Moment mit einem Tier kann dich erden und an das Wesentliche erinnern. In meiner Arbeit mit tiergestützten Methoden erlebe ich immer wieder, wie heilsam dieser Kontakt ist. Ein dankbares Herz sieht mehr, spürt den Reichtum des Moments und findet Frieden im Jetzt. Notiere heute Abend drei Situationen, für die du dankbar bist. Wie verändert sich deine Stimmung, wenn du dich bewusst an das Gute erinnerst? Dankbarkeit ist das Licht in dunklen Zeiten, das selbst die Schatten weich werden lässt. Und zum Schluss möchte ich dir sagen: Sei sanft mit dir. Du hast aus Liebe gehandelt, aus der Hoffnung, gesehen zu werden. Jetzt darfst du dir vergeben und dein Licht wieder entzünden. Dein Leuchtturm steht noch. Er hat die Stürme getrotzt. Und er wartet darauf, dass du ihn wieder betrittst. Du darfst wieder strahlen.

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